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Pressemitteilung

Patenschaft für iranischen Umweltschützer

Der Essener Bundestagsabgeordnete Kai Gehring (Grüne) hat auf Bitte der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) eine politische Patenschaft für den iranischen Umweltschützer Houman Jokar übernommen. Der Wildtier-Biologe wurde zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, weil er sich für den Schutz des vom Aussterben bedrohten asiatischen Geparden einsetzt. Gehring möchte damit ein Zeichen setzen und dazu beitragen, dass Houman Jokar bald wieder in Freiheit ist.

 

Houman Jokar wurde im Februar 2018 zusammen mit seiner Frau und weiteren Naturschützern der “Persian Wildlife Heritage Foundation” von den Revolutionsgarden festgenommen. Der Gruppe wurde Spionage vorgeworfen, weil sie Kameras zur Beobachtung von Geparden aufgestellt und wissenschaftliche Kontakte zu internationalen Großkatzen-Experten*innen unterhalten haben. Nach fast zwei Jahren im Gefängnis, eines davon in Einzelhaft, wurde Jokar im November 2019 wegen Spionage zu einer achtjährigen Haftstrafe verurteilt, obwohl der Geheimdienstminister und die iranische Umweltschutzbehörde die Möglichkeit von Spionage ausgeschlossen hatten. Auch der Oberste Nationale Sicherheitsrat bestätigte, dass es „keine Beweise gegen die Umweltaktivisten“ gebe.

„Die Haftbedingungen von Houam Jokar widersprechen elementaren Menschenrechten“, kritisiert Kai Gehring, der Mitglied im Menschenrechtsausschuss des Bundestages ist und die Lage der Inhaftierten dort bereits mehrfach thematisiert hat. Seit der Inhaftierung im Februar 2018 hatte die Gruppe kaum Zugang zu anwaltlicher Hilfe. Über die Urteile wurden die Gefangenen lediglich mündlich informiert.

Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM, hebt hervor: „Wir freuen uns, dass sich Kai Gehring für die Freiheit eines unschuldig gefangenen Menschen einsetzt. Sein Engagement ist deshalb so wichtig, da Deutschland für den Iran politisch und wirtschaftlich ein außerordentlich bedeutendes Land ist.“

 

Hintergrund: Verfolgung von Umweltaktivisten im Iran

Der Iran leidet unter erheblichen Umweltproblemen, insbesondere durch Wasserknappheit. 90 Prozent der verfügbaren Wassermenge werden für die Landwirtschaft verwendet. Massive Waldrohdung und die Emissionen spitzten die Probleme weiter zu. Die Antwort des Iran auf Kritik besteht vor allem darin, Umweltschutz zu kriminalisieren. „Es darf kein Verbrechen sein, sich für den Lebensraum von Mensch und Tier einzusetzen!“ führt Kai Gehring aus. „Anstatt Kritiker einzusperren muss sich der Iran ernsthaft um bessere Lebensbedingungen für Mensch und Tier bemühen!“