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Pressemitteilung

Studienabbruch: Problem erkannt, aber nicht gebannt

Zur heute veröffentlichten Studie über Studienabbrüche in Deutschland erklärt Kai Gehring, Sprecher für Hochschule, Wissenschaft und Forschung:

Die Abbruchquoten an den Hochschulen sind zu hoch. Sie müssen sinken statt steigen. Ein Studienabbruch ist kein tiefer Fall oder Drama – doch die Bundesregierung muss mehr tun, um Studienabbrüche zu verhindern sowie Abbrechern alternative Wege aufzuzeigen. Es braucht zudem präzisere Zahlen, weil diese bisher ungenau waren gegenüber bildungsbiografischen Wegmarken wie Studienortwechsel und Wiederaufnahme.

Das Problem steigender Abbrecherzahlen ist erkannt, aber längst nicht gebannt. Mit dem Hochschulpakt haben Bund und Länder das Land vor katastrophalem Studienplatzmangel bewahrt, allerdings hat der Pakt qualitative Schwächen. Er darf nicht länger ein Instrument für Billigstudienplätze sein, sondern muss auf Dauer ausreichend Plätze und gute Studienbedingungen bieten.

Es braucht endlich einen Schub für bessere Studien- und Ausbildungsbedingungen und eine bessere Studienberatung. Auch müssen wir eine Kultur der zweiten Chance etablieren, damit niemand verloren geht. Initiativen, um Abbrecher in die duale Ausbildung zu vermitteln, sind richtig. Wenn über ein Viertel das Studium abbricht – das sind mehr als 70.000 Studierende Jahr für Jahr – sind die 2.600 Beratungen, die das Bildungsministerium im Rahmen des Jobstarter-Programms angeboten hat, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Durchlässigkeit und Chancengerechtigkeit müssen Markenzeichen unseres Bildungssystems werden. Aus Auszubildenden und Studierenden sollen erfolgreiche Absolventen werden können.