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Pressemitteilung

Wissenschaftlicher Nachwuchs: Erste Sonnenstrahlen machen keinen Frühling

Zum heute erschienenen „Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs“ erklärt Kai Gehring, Sprecher für Hochschule, Wissenschaft und Forschung:

Das deutsche Wissenschaftssystem wird dem Anspruch fairer statt prekärer Wissenschaftskarrieren weiter nicht gerecht, das zeigt der neue Bundesbericht. Zwar ist bei Hochschulen und Wissenschaftsorganisationen das Problembewusstsein gewachsen, dass der wissenschaftliche Nachwuchs bessere Arbeitsbedingungen und mehr Familienfreundlichkeit benötigt. Seitens der Politik muss das aber mit den nötigen finanziellen Rahmenbedingungen flankiert werden, damit aus ersten Sonnenstrahlen ein echter Frühling wird.

Solange die Grundfinanzierung der Hochschulen stagniert, sind bessere Arbeitsbedingungen und planbare Karrierewege in der Breite kaum umsetzbar. Eine Vielzahl befristeter Pakte zwischen Bund und Ländern kann eine dauerhaft verlässliche Grundfinanzierung nicht ersetzen. Auch ist das Befristungsunwesen an Hochschulen und in Forschungseinrichtungen bei weitem noch nicht überwunden. Ein hoher Anteil der Arbeitsverträge hat eine unsäglich kurze Laufzeit von unter einem Jahr. Doch für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf braucht es dringend verlässliche Strukturen und mehr Planbarkeit, damit Kinderwünsche nicht aus beruflichen Gründen scheitern.

Es braucht deshalb weitere Initiativen für planbare Karrierewege und mehr Familienfreundlichkeit in der Forschung. Sonst bleibt das Risiko, dass junge Leute trotz ihres Optimismus und großen Engagements der Wissenschaft Lebewohl sagen. Das wäre ein schmerzlicher Verlust an Talenten und Kreativität für den Wissenschaftsstandort Deutschland.

 

2 Reaktionen auf “Wissenschaftlicher Nachwuchs: Erste Sonnenstrahlen machen keinen Frühling

  1. Lieber Kai Gehring,
    ich teile deine Position ueber den Buwin, aber ich verstehe nicht den Bezug vom Titel zum Inhalt: Wo siehst du einen Sonnenstrahl?

    Positiv in deiner Stellungnahme ist, dass „das Problembewusstsein gewachsen, ist“. Das stimmt, allerdings sagt es der Buwin nicht direkt.

    Reicht diese Zunahme des Problembewusstseins aus, um vom Sonnenstrahlen zu reden?

    Ich finde diesen Titel poetisch, aber abwegig, und wie ich im Gespraech mit Kolleg*innen habe feststellen koennen, fuehrt er zum Schluss, dass sogar die Opposition mit dem Buwin zufrieden ist.
    🙁
    Liebe Gruesse,
    Linda Guzzetti
    Abt. Wissenschaft der Gruenen, Berlin
    AG-Lehrbeauftragte bei der GEW-Berlin

    1. Liebe Linda,

      danke für den Kommentar und deine berechtigte Bemerkung. Insgesamt sind die im Bericht vorgelegten Zahlen natürlich schlecht, die Bundesregierung tut entschieden zu wenig für nachhaltige Wissenschaftsnachwuchsförderung. Die Analogie mit dem Sonnenstrahl bezieht sich daher ausschließlich auf einen wahrnehmbaren Gesinnungswandel innerhalb der Wissenschafts- und Hochschulcommunity an sich. Das alleine kann und wird aber nicht reichen. Daher werden wir weiterhin dafür kämpfen, die Bundesregierung zu entschlossenerem Handeln zu bewegen. Die Überschrift sollte vor allem Neugierde auf die grünen Botschaften im eigentlichen Pressetext wecken, was auch medial gelungen ist.

      Herzliche Grüße an dich aus dem Bundestag,

      Kai Gehring

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