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5. Mai 2010

Missbrauchs- und Gewaltvorwürfe rückhaltlos aufklären

Zu den neuen Berichten über Missbrauchsopfer im Bistum Essen und Übergriffe gegen Kinder und Jugendliche im Franz-Sales-Haus erklärt der Essener MdB Kai Gehring:

Die wiederholten Vorwürfe des Missbrauchs, der Gewalt und anderer Demütigungen sind erschreckend. Sie müssen rückhaltlos aufgeklärt werden. Notwendig ist neben einer umfassende Aufarbeitung der Vorkommnisse eine Wiedergutmachung und Entschädigung der Opfer. Dabei muss unmissverständlich gelten: Die Aufklärung muss von außen unterstützt und letztendlich durch unabhängige Dritte erfolgen. Hierbei darf es keine Verzögerungen geben.

Kinder und Jugendliche sind Schutzbefohlene der gesamten Gesellschaft. Ihr Schutz muss immer und überall Vorrang vor dem Schutz von Institutionen haben. Kindern und Jugendlichen muss eine angstfreie Kommunikation für ihre Anliegen institutionell und systematisch ermöglicht werden. Dafür muss es Anlaufstellen geben, an die sich Kinder und Jugendliche bei Gefährdung wenden können. Dafür gibt es in Essen gute Angebote, die aber noch besser vernetzt und auf Hilfesuchende abgestimmt werden müssen. Ebenso müssen noch mehr präventive Maßnahmen etabliert werden, die Kinder und Jugendliche stärken. Die jahrelangen Mauern des Schweigens gilt es einzureißen.