Gehring gegen Papstrede im Bundestag
Zur Rede von Papst Benedikt XVI. im Bundestag am 22. September erklärt Kai Gehring, Essener Bundestagsabgeordneter der Grünen:„Dass der Papst im Bundestag reden wird, finde ich nicht richtig. Er wird sich dort nicht als Staatschef, sondern als Oberhaupt der katholischen Kirche äußern. Die Bundesrepublik ist ein weltanschauungsneutraler Staat, in dem keine Religion bevorzugt wird. Wenn der Papst redet, geböte es die Gleichbehandlung auch anderen Repräsentanten von Religionsgemeinschaften einzuladen.
Papst Benedikt XVI. vertritt bei Frauenrechten, Empfängnisverhütung und Homosexualität rückwärtsgewandte und realitätsferne Positionen. Mit seinen Regeln und Dogmen darf er sich nicht über individuelle Freiheiten und Menschenrechte stellen. Auf berechtigte Kritik stößt zudem die Öffnung zu fundamentalistischen Gruppierungen wie der PIUS-Bruderschaft. Auch deshalb ist es unverständlich, dass dem Papst die Ehre und Bühne zugesprochen wird, vor dem deutschen Parlament zu reden.
Trotz dieser Kritikpunkte werde ich seine Bundestagsrede verfolgen, um zu erfahren, welche Positionen er zur Welthunger-, Klima- und Finanzmarktkrise sowie zu den Freiheitsbewegungen in der arabischen Welt bezieht. Auch erwarte ich, dass sich der Papst zu den Missbrauchsfällen in katholischen Einrichtungen klar äußert.“
Darüber hinaus äußert sich Gehring solidarisch mit den Protesten zum Papstbesuch: „Zu einer Demokratie gehört öffentliche Meinungsäußerung. Daher müssen friedliche Proteste in Hör- und Sichtweite des Reichstags stattfinden dürfen.“








