Bischof Overbecks Äußerungen sind empörend, beleidigend und unverantwortlich
Essener MdB Gehring fordert Entschuldigung bei Lesben und SchwulenZu den Äußerungen des Essener Bischofs Overbeck in der gestrigen ARD-Sendung „Anne Will“, dass Homosexualität eine Sünde und widernatürlich sei, erklärt Kai Gehring MdB, Essener Bundestagsabgeordneter der Grünen:
„Die Äußerungen des Essener Bischofs Overbecks vor einem Millionenpublikum sind empörend, beleidigend und unverantwortlich. Seine Entgleisungen sind ein Schlag ins Gesicht aller Lesben, Schwulen, ihrer Familien und Freunde.
Wenn der Ruhrbischof Homosexuelle der Sünde und Widernatürlichkeit bezichtigt, dann predigt er nicht Nächstenliebe und Barmherzigkeit, sondern diskriminiert und entwürdigt Lesben und Schwulen – das ist inakzeptabel und ewiggestrig. Gleichgeschlechtliche Liebe verdient Respekt und Anerkennung statt Anfeindungen und Diskriminierung, Herr Overbeck!
In einer Zeit, in der die Selbstmordrate homosexueller Jugendlicher viermal höher liegt als bei heterosexuellen, in der anti-homosexuelle Gewalt stetig zunimmt und weltweit Schwule und Lesben verfolgt und sogar ermordet werden, sind Overbecks Äußerungen schlicht unverantwortlich. Von Bischof Overbeck erwarte ich daher eine Entschuldigung bei Lesben und Schwulen.
Statt gleichgeschlechtliche Lebensweisen wertzuschätzen, drängt Overbeck mit seinen mittelalterlichen Ansichten Schwule und Lesben an den Rand der Gesellschaft und homosexuelle Christinnen und Christen zum Kirchenaustritt. Dass er als Repräsentant der katholischen Kirche die Gefühle von Minderheiten derart verletzt, ist umso empörender in einer Zeit, in der sie als moralische Instanz erheblich an Glaubwürdigkeit einbüßt.“








