Praktika: Fair statt prekär
Zum Fachgespräch des Bundesbildungsausschusses über die Situation von Praktikantinnen und Praktikanten mit Hochschulabschluss erklärt Kai Gehring, Sprecher für Bildungs- und Hochschulpolitik:Im Fachgespräch wurde erneut deutlich, dass viele Praktikantinnen und Praktikanten als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden. Auch nach mehr als fünf Jahren Debatte über unfaire Praktika zaudert die Bundesregierung, überfällige Schutzregelungen einzuführen.
Praktika sind wertvolle Lernphasen für junge Menschen. Mindeststandards sind hier ein Gebot der Gerechtigkeit und überfällig. Dazu gehören: Ein schriftlicher Vertrag, ein Zeugnis, eine Mindestaufwandsentschädigung und eine festgelegte zeitliche Begrenzung des Praktikums. Mit diesen Maßnahmen lässt sich auch das Risiko minimieren, dass Praktika sozialversicherte Beschäftigung ersetzen. Praktika nach einer Ausbildung oder einem Studium sind grundsätzlich fragwürdig. Hochschulabsolventen stehen als Hochqualifizierte für feste Arbeitsverträge zur Verfügung.
Die Verweigerung des Arbeitgeberverbandes BDA, diese Mindeststandards anzuerkennen und einzuhalten, ist skandalös. Wer so unverantwortlich agiert und gleichzeitig den Fachkräftemangel beklagt, versündigt sich an den Zukunftschancen von Absolventinnen und Absolventen und macht sich unglaubwürdig.








