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4. November 2011

Ohne Ganztagsschulausbau keine Chancengerechtigkeit

Zum heute beginnenden Kongress "Ganztagsschule verändert!" erklärt Kai Gehring, Sprecher für Bildungspolitik:

Gute Ganztagsschulen fördern gerechte Chancen, individuelle Entwicklung und sozialen Aufstieg. Daher ist es beschämend, dass nur ein Drittel aller Schülerinnen und Schüler die Chance auf einen Ganztagsschulplatz hat. Nur ein flächendeckendes Angebot schafft reale Wahlfreiheit und macht es Eltern leichter, Beruf und Familie zu vereinbaren.
 
Das derzeitige Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern behindert den sinnvollen und notwendigen Ausbau der Ganztagsschulen. Es muss daher aufgehoben werden, dann kann ein neues Ganztagsschulprogramm folgen. Bildungsministerin Schavan muss ihren kritischen Worten Taten folgen lassen, das Kooperationsverbot endlich kippen und so den Weg für ein neues bundesweites Ganztagsschulprogramm freimachen.
 
Es ist ein Treppenwitz, dass Roland Koch zum diesjährigen Kongress einlädt: Als CDU-Ministerpräsident hat er sich vor knapp zehn Jahren mit Händen und Füßen gegen die rot-grüne Ganztagsschuloffensive gestemmt. Ohne diese Initiative wäre Deutschland bildungspolitisch gänzlich abgehängt worden.
 
Alle Kinder müssen von individueller Förderung und intensiver Betreuung profitieren können. Gerade die Teilhabe bildungsbenachteiligter Kinder und Jugendlichen kann in qualitativ hochwertigen Ganztagsschulen wirksam verbessert werden. Koch und Schavan müssen die alten Fehler der Union endlich ausbügeln. Wer im 21. Jahrhundert ankommen will, sollte nicht nur überkommene Schulstrukturen überwinden, sondern auch eine veraltete Form des Bildungsföderalismus. Statt Bildungsflickenteppich brauchen wir eine kluge Kooperationskultur von Bund, Ländern und Kommunen.