Nicht einmal ein Mini-Schutzschirm für Generation Praktikum
Zum andauernden Streit innerhalb der Bundesregierung, faire Bedingungen für Praktikanten zu schaffen, erklärt Kai Gehring, hochschulpolitischer Sprecher:Von dieser Bundesregierung wird die Generation Praktikum keine Verbesserungen erwarten können. Seit fast drei Jahren ist hinlänglich bekannt, dass es in großem Umfang Missbrauch bei Praktika gibt. Weil sich Minister Scholz und Ministerin Schavan selbst auf einen Mini-Schutzschirm für Praktikanten nicht einigen können, werden die jungen Berufseinsteiger auf den St. Nimmerleinstag vertröstet. Nach dem Platzen des großkoalitionären Minimalkompromisses ist klar, dass in dieser Legislatur gesetzliche Initiativen gegen Ausnutzung in Praktika leider vom Tisch sind.
Die Rolle des Arbeitsministers ist dabei geradezu heuchlerisch. Die Praktikanten im Hause Scholz erhalten lediglich Essensgutscheine und Fahrtkostenzuschüsse. Eine Vergütung ist nicht drin. Auch in anderen Bundesministerien bekommen Praktikanten kein Geld. Diese Praxis der Bundesregierung ist ein Armutszeugnis. Gerade bei Ministerien und Behörden darf es nur faire Praktika geben. Die grüne Bundestagsfraktion geht hier mit gutem Beispiel voran: Bereits vor über zwei Jahren haben wir uns auf faire Mindeststandards für Praktikanten verständigt.
Wir erwarten, dass Scholz sein Amt als Schirmherr der Initiative Fair Company zurückgibt. Wer einer Initiative ideell vorsteht, die sich gegen die Ausbeutung in Praktika richtet, muss auch selbst danach handeln.








