DGB-Studie: Faire statt prekäre Praktika garantieren
Zur DGB-Studie "Generation Praktikum 2011" erklärt Kai Gehring, Sprecher für Hochschulpolitik:Die Befragung bestätigt erneut, dass die junge Generation unter dem Deckmantel Praktikum noch immer von vielen Arbeitgebern als prekäre Arbeitskräfte ausgenutzt wird.
Es ist ein Unding, wenn 40 Prozent der Praktika komplett unbezahlt sind, aber 75 Prozent der Praktikanten vollwertige Arbeit leisten oder im Betriebsablauf fest eingeplant sind. Dass mehr als Dreiviertel der Absolvierenden nach ihrem Studienabschluss auf Unterstützung durch ihre Eltern oder den Sozialstaat angewiesen sind, ist ein inakzeptabler Missstand. Hinzu kommt, dass die Hoffnung vieler Absolvierender durch ihr Praktikum eine Festanstellung zu bekommen, sich nur für magere 17 Prozent erfüllt. Wir brauchen endlich Praktika zu fairen Bedingungen, die Chancen auf einen guten Berufseinstieg statt prekärer Warteschleifen eröffnen.
Die Bundesregierung zaudert seit Jahren, überfällige klare Regelungen zum Schutz von Praktikanten vor Ausnutzung einzuführen. Bestehende Schutzlücken müssen endlich geschlossen werden, um für alle faire Praktika-Bedingungen zu garantieren.
Es muss unter anderem gesetzlich geregelt werden, dass Praktika Lernverhältnisse sind. Jeder Praktikant soll Anspruch auf einen schriftlichen Vertrag, ein Zeugnis und eine Mindestaufwandsentschädigung von 300 Euro pro Monat innehaben. Auch die Dauer von Praktika ist zu begrenzen, damit keine regulären Jobs gefährdet oder ersetzt werden. Mit diesen Maßnahmen lässt sich das Risiko minimieren, dass Praktika sozialversicherte Beschäftigung ersetzen und ihre Chance als wichtiges Lernverhältnis für junge Menschen erhöhen.








