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9. Juni 2011

Bundesfreiwilligendienst: Startprobleme lösen, attraktive Angebote schaffen

Zu Meldungen, nach denen der neue Bundesfreiwilligendienst auf deutlich weniger Interesse stößt als vom Bundesfamilienministerium behauptet, erklärt Kai Gehring, Sprecher für Jugendpolitik:

Startprobleme des handwerklich schlecht gemachten und überstürzt eingeführten Bundesfreiwilligendienstes waren vorprogrammiert: Als Parallelstruktur zu den bestehenden Freiwilligendiensten führt er zu Ungleichbehandlung und Intransparenz. So werden die Bundesfreiwilligen zum Start des neuen Dienstes keinen Kindergeldanspruch haben. Die Bundesregierung versucht nun hektisch nachzusteuern, anstatt falsche Strukturentscheidungen grundsätzlich zu korrigieren.

 

Engagementbereite Jugendliche gibt es genug, eine gelebte Kultur der Freiwilligkeit kann aber nicht vorrangig durch Plakatkampagnen und Hochglanzbroschüren wachsen. Am wirkungsvollsten ist die direkte Ansprache Jugendlicher durch aktive oder ehemalige Freiwilligendienstleistende. Anstelle eines einseitig privilegierten Zugangs der Bundeswehr durch Koopervereinbarungen der Länder brauchen wir offene Türen in Schulen und Jugendeinrichtungen für Freiwilligendienstorganisationen.

 

Ministerin Schröder hat zudem sträflich versäumt, frühzeitig Gespräche mit den Ländern über den Freiwilligendienst-Ausbau und eine bessere Anerkennungskultur aufzunehmen. Dazu gehören Anreize und Vergünstigungen für Freiwillige ebenso wie ein erleichterter Hochschulzugang. Jetzt müssen endlich echte Qualitätsstandards verabredet und der Freiwilligenstatuts für alle Dienste gesetzlich geregelt werden.

 

Wir fordern daher ein Freiwilligendienststatusgesetz, das endlich die rechtlichen Rahmenbedingungen für Freiwillige und Träger entscheidend verbessert. Wir wollen mehr Jugendliche als heute für Freiwilliges Engagement gewinnen – dafür braucht es qualitative und attraktive Angebote.