BAföG nicht nur bejubeln, sondern nachhaltig ausbauen
Zu den BAföG-Empfängerzahlen des Statistischen Bundesamts erklärt Kai Gehring, Sprecher für Bildungs- und Hochschulpolitik:Der positive Trend darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Finanzsorgen der Studierenden und der Fachkräftemangel in der Wirtschaft einen weiteren BAföG-Ausbau erfordern. Angesichts neuer Zielgruppen und der Anforderungen aufgrund der Bologna-Struktur ist es umso problematischer, dass Elternhaus und studentische Jobs noch immer die Hauptfinanzierungsquellen im Studium sind. Auch zum 40. Geburtstag bleibt die Aufgabe, das BAföG endlich zur tragenden Säule der individuellen Bildungsfinanzierung auszubauen.
Nur eine verlässliche staatliche Studienförderung kann Chancengleichheit ermöglichen und bildungsfernen Schichten den Zugang zum Abitur und Hochschulstudium eröffnen.
Studierende aus Elternhäusern mit geringerem und mittleren Einkommen brauchen kein sozial ausschließendes Elite-Stipendienprogramm oder teure Studienkredite, sondern den klaren Rechtsanspruch auf BAföG.
Wir wollen das BAföG zukunftsfähig machen und zu einem Zwei-Säulen-Modell weiterentwickeln, das elternunabhängige und bedarfsgerechte Komponenten enthält und der Vielfalt der Bildungsbiografien gerecht wird. Statt Jubelmeldungen zu verbreiten, sollte Ministerin Schavan sich als beherzte Reformerin profilieren und die öffentliche Studienförderung stärken.








