Ausbildungspakt 2011: Gute Konjunktur ersetzt keine Strukturreform
Zur Jahresbilanz des Ausbildungspakts erklärt Kai Gehring, Sprecher für Bildungs- und Hochschulpolitik:Bundesbildungsministerin Schavan ignoriert den dringenden Handlungsbedarf bei der Reform der Dualen Ausbildung. Die heute gezogene Bilanz der Partner des Ausbildungspaktes besteht noch immer aus dem Aneinanderreihen von unverbundenen Einzelschritten. Auch wenn die Zahlen in diesem Jahr dank der guten Konjunktur besser klingen, so ist doch kein Konzept erkennbar, wie vor allem leistungsschwächeren Jugendlichen und Betrieben in strukturschwachen Regionen zukünftig die Ausbildung ermöglicht werden kann.
Erklärtes Ziel des Ausbildungspakts war es, 2011 die unübersichtlichen Maßnahmen des Übergangssystems zwischen Schule und Ausbildung zu bündeln. Statt endlich beherzt den Dschungel der Warteschleifen strukturell zu reformieren, setzt die Bundesregierung weiter auf zahllose Einzelprogramme. Das verschönert zwar die Statistiken, verbessert die Perspektiven der Jugendlichen aber nicht. Lange wird Bundesbildungsministerin Schavan das Problem nicht mehr umgehen können, da selbst in der CDU Rufe nach einer Reform laut werden. Die bis zu sieben Milliarden Euro von Bund, Ländern, BA und Stiftungen könnten viel sinnvoller eingesetzt werden. Seit 2005 verspielt Ministerin Schavan die Chance, aus dem Wirrwarr perspektivloser Einzelprogramme ein anschlussfähiges und transparentes System von Ausbildungsbausteinen zu machen.
Wir haben mit unserem Ausbildungskonzept Dual Plus einen Vorschlag vorgelegt, wie aus Sackgassen und Warteschleifen ein breiter Weg zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss werden kann. Es reicht nicht, dass sich Ministerin Schavan mit Pakten und Projekten auf dem Weg in die Bildungsrepublik schmückt. Sie muss endlich eine Strukturreform angehen, damit auch die mehr als 300.000 Altbewerberinnen und Altbewerber den Weg zu einer beruflichen Qualifikation finden.








