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Kai Gehring MdB Kai Gehring MdB
Zuletzt geändert am:  20.08.2010
Kai Gehring MdB - http://kai-gehring.de/
24. Juli 2009

Computerspieler nicht kriminalisieren, sondern Spielkultur anerkennen

Anlässlich der morgigen "Demonstration für Spielkultur" erklären Kai Gehring, jugendpolitischer Sprecher, und Grietje Staffelt, medienpolitische Sprecherin:

Wir teilen die breite Kritik am Beschluss der Innenministerkonferenz, sogenannte Killerspiele mit einem Herstellungs- und Verbreitungsverbot zu belegen. Diese Forderungen sind unverhältnismäßig, unklar und nicht zielführend. Bei Mediennutzung und Gewaltverhalten wirken komplexe individuelle Zusammenhänge. Wer zu scheinbar einfachen Lösungen greifen will, wird dem Problem nicht gerecht.
Computer- und Videospiele sind kreatives Kulturgut und wichtiger Teil heutiger Jugendkultur und müssen so verstanden werden, anstatt sie immer wieder zum Sündenbock für gesellschaftliche Probleme zu machen.

Der Jugendmedienschutz in Deutschland ist streng, klar geregelt und international vorbildlich. Gewaltverherrlichung ist nach dem Strafgesetzbuch längst verboten.

Deshalb ist es aus unserer Sicht sinnvoller,

  • den Vollzug des Jugendmedienschutzes bundesweit zu stärken,
  • allen Generationen mehr Medienkompetenz zu vermitteln,
  • bei der Alterfreigabe von Computerspielen Suchtrisiken zu berücksichtigen,
  • die Entwicklung guter Spiele zu fördern und
  • eine konstruktiven Dialog über die Jugendkultur Gaming zu etablieren.

Gegen ein undifferenziertes und in seinen Kriterien unklares Verbot, das Millionen friedlicher Spieler treffen würde, sprechen zudem massive juristische Bedenken. Es stünde im Konflikt mit der grundgesetzlich garantierten Informations-, Kunst- und Berufsfreiheit.