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Newsletter von Kai Gehring MdB

Ausgabe 72 - die Themen:

Aus benachbarten Bereichen

Liebe Freundinnen und Freunde!

In die Debatte um das Kooperationsverbot im Bildungsbereich kommt zunehmend Bewegung: aus allen Fraktionen im Bundestag wurde Kritik an den Folgen der bildungspolitischen Selbstblockade geübt. Bildung ist zentral für die individuelle Entwicklung, den sozialen Aufstieg und die Zukunft unserer Gesellschaft und Ökonomie.

Deshalb werden wir den Rückenwind aufnehmen und auch 2012 entschlossen für eine neue Kooperationskultur von Bund, Ländern und Kommunen sowie mehr Qualität und eine bessere Finanzierung des Bildungswesens kämpfen.

Mit vielfältigen Initiativen haben wir die Regierung zu Jahresbeginn bildungspolitisch unter Druck gesetzt: Einen Schwerpunkt bildete das Dauer-Fiasko bei der Studienplatzvergabe. Beim Thema Studiengebühren haben wir schwarz-gelb vorgeführt: Der Bundesregierung liegen keine Daten über Qualitätsverbesserungen und zusätzliches Personal an Hochschulen vor, die sich auf Studiengebühren zurückführen ließen. Damit fallen zentrale Argumente der Gebührenbefürworter flach.

Uns geht’s weiter darum, mehr Studierende gerade aus Arbeiter- und Einwanderer-Familien an die Hochschulen zu bringen. Daher müssen finanzielle Hürden abgeräumt, mehr Studienplätze und transparente Hochschulzulassungen aufgebaut werden.

Die Neujahrsklausur unserer Fraktion in Weimar hat beschlossen, Schwerpunkte für Klima, Bildung und Gerechtigkeit zu setzen und die Klientelpolitik der Regierung zu beenden. Den vollständigen Beschluss „Wegweiser Grün“ könnt Ihr hier nachlesen.

Viel Spaß beim Lesen! Auf ein gutes grünes Jahr 2012!

Viele Grüße aus Berlin,
:> Kai


Bundestagsdebatte: „Kooperativer Bildungsföderalismus“

Das Kooperationsverbot in der Bildung muss fallen, damit Bund, Länder und Kommunen die gemeinsamen Zukunftsaufgaben endlich beherzt anpacken können. In einer Bundestagsdebatte machten fast alle RednerInnen deutlich, dass die bestehende Verfassungslage zu einer Selbstblockade auf Kosten von SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen führt. Ich habe die Bundesbildungsministerin aufgefordert, eine Initiative vorzulegen und habe allen Fraktionen vorgeschlagen, sich noch 2012 auf eine Verfassungsänderung zur Abschaffung des Kooperationsverbots zu verständigen.






Hochschulzulassung: Schavan im Passivhaus

Die Entwicklung eines neuen Zulassungsverfahren entwickelt sich immer mehr zur „Never ending story“ und Blamage für den Technologiestandort. Das Fachgespräch im Bundesbildungsausschuss hat die erheblichen Probleme im Projektmanagement offengelegt – jetzt müssen Lösungen für die StudienbewerberInnen herbei. Bundesbildungsministerin Schavan und ihr Passivhaus-Ministerium taumeln planlos von Softwarepanne zu Kommunikationsproblem anstatt an vorderster Linie bei der Lösung des Chaos´ einzugreifen.


Studiengebühren: Maut-Aus bringt Bildungsrepublik näher

Mit einem Fachgespräch im Bundesbildungsausschuss zu Studiengebühren wollte Schwarz-Gelb das Negativ-Image des Bezahlstudiums wegputzen. Allerdings hatten die Regierungsfraktionen nicht auf der Rechnung, dass der eigenen Bundesregierung keine Daten über Qualitätsverbesserungen an Hochschulen vorliegen, die sich ursächlich auf die Einführung von Studiengebühren zurückführen ließen. Auch konnten viele Sachverständige der Campus-Maut nichts abgewinnen, sondern ihre negativen Auswirkungen belegen.
 

Abgefragt: Wissensbasierte Entwicklung des Bildungssystems

Mit der Föderalismusreform 2006 wurde im Grundgesetz eine neue Gemeinschaftsaufgabe mit den drei Elementen „Feststellung der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens im internationalen Vergleich“, „Bildungsberichterstattung“ und „gemeinsame Empfehlungen“ verankert. Nach fünf Jahren neuer Verfassungsrealität war nun die Bundesregierung gefragt, wie sich seine Anstrengungen in der Bildungsforschung entwickelt haben. Die Antwort der Bundesregierung gibt einen umfassenden Überblick über initiierte und geförderte Projekte. Deutlich werden aber auch noch einige offene Baustellen.


Deutscher Qualifikationsrahmen: Schavan vertagt Problemlösung

Der Bundestag hat sich mit der europaweiten Einordnung von Kompetenzen und Qualifikationen befasst. In unserem Antrag machen wir uns für die Gleichwertigkeit der beruflichen Erstausbildungen und des Abiturs im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) stark. Als Übergangslösung will Ministerin Schavan die schulischen Bildungsabschlüsse aus dem achtstufigen System ausklammern. Es ist bedauerlich, dass sich ausgerechnet die „Grand Nation“ und das „Land der Dichter und Denker“ ausklinken und den Konflikt ums Abitur ausklammern. Ein konsensualen DQR mit berufsqualifizierenden und akademischen Abschlüssen ist aber allemal besser als gar keiner.


Übergangssektor: Maßnahmen-Dschungel im Ausbildungsbereich noch nicht gelichtet

Angesichts der Herausforderung, die der demografische Wandel für Wirtschaft und Gesellschaft sowie die Fachkräfteentwicklung darstellt, muss der Übergang von der Schule in die Ausbildung vereinfacht werden. Wir brauchen ein regionales Übergangsmanagement, das transparent und effizient alle Jugendlichen in den Blick nimmt und ihnen den Abschluss einer Berufsausbildung ermöglicht. Die Antwort der Regierung zeigt, dass schwarz-gelb kaum Ideen zu einer durchgreifenden Reform des Übergangssektors hat.


Hochschulbau: Bund stochert im Nebel

Seit der Föderalismusreform 2006 zahlt der Bund den Ländern jährlich 695 Millionen Euro für den Wegfall der Gemeinschaftsaufgabe Hochschulbau. Die Zweckbindung dieser Kompensationsmittel endet Ende  2013, bis dahin muss zudem über die künftige Höhe verhandelt werden. Für den Bund scheinen bei der Neuverhandlung nicht die Erfordernisse von Hochschulbau und -sanierung im Fokus zu stehen, sondern die bloße Absenkung der Mittel.


Neuer BAföG-Bericht: Schavan schweigt zur Weiterentwicklung der Studienfinanzierung

Die Ausgaben für das BAföG sind gestiegen – wenig überraschend bei steigenden Studierendenzahlen. Verwunderlich und ärgerlich am neuen BAföG-Bericht hingegen das Schavans Schweigen rund um die Weiterentwicklung des BAföG. Anstatt mit einem eigenen Vorschlag auf die Länder zuzugehen, beginnt sie ein taktische Spielchen auf dem Rücken bedürftiger Studierender.


Doktortitel in Perso und Pass? Weg mit der Titelhuberei!

Der Doktortitel wird nicht verliehen, um gesellschaftliche Reputation zu steigern oder Titelhuberei zu bestreiben. Er ist vielmehr Nachweis wissenschaftlicher Qualifikation geht. Um die hohe Qualität deutscher Promotionen zu sichern und Fehlanreiz zu beseitigen, wollen wir den Doktorgrad aus Personalausweis und Pass streichen. Die WAZ hat den grünen Gesetzentwurf aufgegriffen.

Aus benachbarten Bereichen

Stopp des AKW-Baus in Borssele

Als Einwender gegen den geplanten Bau des AKW im niederländischen Borssele freue ich mich über den zumindest vorläufigen Stopp des Projekts. Das AKW sollte mit Hilfe des Essener RWE-Konzerns gebaut werden. Wer in Atomkraft investiert, behindert die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien. Auch deshalb habe ich wie viele andere NRW-ler RWE dazu aufgefordert, seine Planungen in Borssele endgültig zu beenden.


Große Anfrage: Ungleichbehandlung eingetragener Lebenspartnerschaften

Trotz der eindeutigen Rechtsprechung beharrt die Schwarz-Gelb darauf, eingetragene Lebenspartnerschaften gegenüber der Ehe weiter zu benachteiligen. Dies betrifft in erster Linie das Steuerrecht, die kindbezogenen Leistungen und das Adoptionsrecht. Die Diskriminierung muss ein Ende haben. Entweder muss die Lebenspartnerschaft der Ehe vollständig gleichgestellt werden. Oder die Ehe wird endlich auch für homosexuelle Paare geöffnet.
 

Kleine Anfrage: Förderung von Sozialunternehmen

Die Bundesregierung kündigte in ihrer Nationalen Engagementstrategie an, die Rahmenbedingungen für Sozialunternehmen verbessern zu wollen. Wir haben hinterfragt, welche Rolle Sozialunternehmen in der Förderung bürgerschaftlichen Engagements zukünftig einnehmen sollen.


Andere zitiert & kommentiert

„Wir haben es mitgetragen und es war falsch!“

Zwischenruf des SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier zum Kooperationsverbot in der Bundestagsdebatte am 26. Januar 2012.

SPD auf dem Weg vom Saulus zum Paulus: Es verdient Respekt, sich zu einem Fehler zu bekennen und diesen nun korrigieren zu wollen.

„Dann sollten wir die FDP schnell digitalisieren! Vorsorglich!“

Zwischenruf des grünen Kollegen Wolfgang Wieland MdB in der Bundestagsdebatte zur Digitalisierung verwaister Werke und des kulturellen Erbes am 26. Januar 2012.

Der FDP-Redner hatte davor gewarnt, wer heute im Netz nicht gefunden werde, könne im nächsten Jahr „gänzlich von der wissenschaftlichen Landkarte verschwunden sein“. Das Protokoll verzeichnete „Heiterkeit bei der SPD und dem Bündnis 90/Die Grünen“.


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Kontakt:
Kai Gehring
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Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen
Sprecher für Bildungs- und Hochschulpolitik
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