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27. Oktober 2011
Kai unterwegs, Vor Ort

Wiedereröffnung Café Vielfalt: wichtiger Treffpunkt & modernes Jugendzentrum!

Am 22. Oktober eröffnete Kai Gehring als Schirmherr des Sozialvereins für Lesben und Schwule e.V. das Jugendzentrum „Cafe Vielfalt“ in Essen. Gemeinsam gefeiert wurde die Wiedereröffnung mit vielen Aktiven des Verbandes, der Staatssekretärin Marlies Bredehorst (Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen), dem Beigeordneter Peter Renzel (Stadt Essen) und einigen Mitgliedern des Landtages sowie des Essener Stadtrates. Die grüne Ratsfraktion war durch ihre sozialpolitische Sprecherin Christine Müller-Hechfellner vertreten. In seiner Ansprache vor den Eröffnungsgästen lobte Kai Gehring die haupt- und ehrenamtliche Arbeit des schwul-lesbischen Jugendzentrums, schilderte eigene Erfahrungen und forderte mehr Aktivitäten gegen Homophobie und für Vielfalt seitens der Bundesregierung. Auszüge aus Kais Rede dazu:

„Zur Wiedereröffnung gratuliere ich dem Café Vielfalt und seinen vielen ehrenamtlichen Aktiven herzlich und wünsche ihnen alles Liebe und Gute für die zukünftige Arbeit! (…)

Dass bei der Eröffnung so viele MandatsträgerInnen aller Parteien und aller politischen Ebenen anwesend waren, begreife ich als fraktionsübergreifende Solidaritätserklärung – es ist Ausdruck

der Anerkennung eurer Arbeit und ein gutes Zeichen für die Zukunft des Zentrums.


Ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut, als ich gefragt wurde, ob ich Schirmherr fürs „Café Vielfalt“ werden möchte und habe gern zugesagt.

Als schwul lebender und liebender Bundestagsabgeordneter ist es mir ein großes Anliegen nicht nur in Berlin für eine aktive bundesweite Gleichstellungs- und Antidiskriminierungspolitik zu streiten, sondern auch hier in meiner Heimatstadt konkret diesen Treffpunkt für schwule, lesbische und transsexuelle Jugendliche zu unterstützen.


Als ich mit 16-17 mitten in meinem Coming Out steckte, hätte ich mir ein solches Jugendzentrum wie das Café Vielfalt gewünscht! Wegen meiner eigenen Biografie und Geschichte weiß ich daher, wie

wichtig und identitätsstiftend dieses Zentrum für viele Jugendliche ist – und für künftige Jugendgenerationen sein wird. Hier wird Vielfalt gelebt! Wir brauchen in NRW mehr solcher Begegnungsorte! Nicht nur in Metropolen, sondern auch in ländlichen Räumen. (…)


Wir können gemeinsam stolz darauf sein, dass es für queere Jugendliche eine kompetente und beliebte Anlaufstelle in unserer Stadt gibt, in der sie ohne Angst verschieden sein können, wo Beratung und Unterstützung erfolgt, wo Gleichaltrige Erfahrungen austauschen, Freundschaften oder Partnerschaften schließen und gemeinsame Freizeit verbringen.


Wir alle müssen gemeinsam weiter an einer Gesellschaft arbeiten, in der queere Jugendliche ohne Sorge vor Homophobie und Benachteiligung leben können und als selbstverständlicher Teil unserer bunten Gesellschaft anerkannt sind. Ich meine: Jeder und jede Jugendliche hat unabhängig von der sexuellen Identität ein Recht auf beste Bedingungen des Aufwachsens und zur Persönlichkeitsentwicklung. Gerade für junge Lesben und Schwule im Coming Out sind die Sichtbarkeit und Wertschätzung vielfältiger Lebensformen unerlässlich.


Es ist gut, dass sich die rot-grüne Landesregierung in Zusammenarbeit mit der Verbändelandschaft dafür u.a. mit ihrem Aktionsplan gegen Homophobie einsetzt. Und es ist gut, dass hier vor Ort der Rat und die Verwaltung der Stadt Essen gemeinsam mit F.E.L.S. ein neues Handlungsprogramm

umsetzen. Kurzum: Kommune gut, Land gut, Bund noch nicht. Ein Handlungs- und Aktionsplan des Bundes, der homosexuelle Jugendliche stärkt, ist überfällig. Dazu zählt auch eine bessere Förderung und Absicherung schwul-lesbischer Jugendarbeit aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes. (…)


Uns muss klar sein: Es geht um fünf bis zehn Prozent der Jugendlichen, die lesbisch oder schwul sind, deren Familien und Freundeskreise. Deren Belange müssen endlich stärker beachtet werden. Es gibt auf allen Ebenen noch viel zu tun, damit alle Mädchen und Jungen gleiche Entfaltungsmöglichkeiten

bekommen.

Dazu braucht es viel Kraft und auch im Jahr 2011 manchmal noch Mut. Darin müssen wir uns gegenseitig immer wieder bestärken – und auch dafür ist das Café Vielfalt genau der

richtige Ort! (…)“

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