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6. Dezember 2011
Pressemitteilung (Regional), Kai unterwegs, Vor Ort

Gleiche Rechte für junge Lesben und Schwule – Grüne Jugend Rheine diskutiert mit Kai Gehring und Josefine Paul

Mit Josefine Paul, lesben- und schwulenpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, und Kai Gehring, dem bildungspolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, hatte die Grüne Jugend Rheine gestern gleich zwei junge Abgeordnete zu Gast, um über das Thema „Homosexualität in Rheine“ zu sprechen.

Im Anschluss an die Veranstaltung erklärte Josefine Paul: „Der heutige Abend hat den Bedarf an Diskussion und Aufklärung über die Belange von jungen Schwulen und Lesben eindrucksvoll gezeigt. Gerade im ländlichen Raum gibt es nicht genügend Angebote, an die Jugendliche sich wenden können. Das ist fatal: Fünf bis zehn Prozent aller Jugendlichen sind lesbisch oder schwul. Diese Jugendlichen brauchen besondere Unterstützung.“

„Junge Lesben und Schwule sind immer noch überdurchschnittlich häufig von Mobbing und anderen Formen der Diskriminierung betroffen“, sagte Kai Gehring. „Gerade deshalb muss schwul-lesbische Jugendarbeit überall selbstverständlicher Teil der Jugendhilfe werden. Besonders Projekte, bei denen junge Menschen von Gleichaltrigen unterstützt werden, fördern deren Selbstbewusstsein und sind

besonders erfolgreich.“ Besonders freuten sich die beiden Abgeordneten über die Anwesenheit zahlreicher Lehrerinnen und Lehrer. Auch die regionalen Beratungsstellen waren vertreten. Diese berichteten von zum Teil langen Wartelisten und bestätigten damit eindrucksvoll den großen Bedarf an weiteren Angeboten.

 

Das Land NRW hat die Situation junger Lesben und Schwuler bereits als wichtige Aufgabe erkannt. Direkt nach den Wahlen 2010 hat die rot-grüne Regierung daher einen „Aktionsplan gegen Homophobie“ auf den Weg gebracht, der einen Schwerpunkt auf die Themen Schule und Jugendarbeit legt. Auch im Bund setzen die Grünen sich dafür ein, dass homosexuelle Jugendliche zum Beispiel bei der Jugendforschung ausreichend beachtet werden und wirkungsvolle Maßnahmen gegen die erschreckend hohen Selbstmordraten in dieser Gruppe entwickelt werden. „Diese Veranstaltung gestern war für uns ein wichtiger Meilenstein um in enge Kooperationen mit Experten von Land, Bund und Trägerschaften zu treten,“ sagte Hendrik Börger, Sprecher der Grünen Jugend Rheine. „Wir haben bereits im Vorfeld einen unabhängigen Arbeitskreis gebildet und mit dem Schriftsteller Michael Schaefer ein regionales Sprachrohr für die Bedürfnisse von Lesben und Schwulen gewonnen. Sobald dieser neue Arbeitskreis seine Arbeit aufnimmt gehen wir davon aus, die derzeit völlig unzureichende Beratungssituation im Kreis Steinfurt erheblich zu verbessern.“

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