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18. April 2011
Veranstaltung, Jugendliche, young politics

Boys' Day: Besuch beim "Haushaltsüberlebenstrainig"

Geschlechtergerechte Politik heißt, die Bedürfnisse von Mädchen und Jungen gleichermaßen zu berücksichtigen. Männliche wie weibliche Jugendliche müssen ihre Talente und Potenziale voll entfalten können. Nach wie vor gilt aber, dass sowohl Mädchen als auch Jungen ihre Ausbildungs-, Studien- und Berufswahl nur auf ein kleines Spektrum an Bildungs- und Karrierewegen konzentrieren. Jungen haben vielfältige Interessen, Kompetenzen und Bedürfnisse. Dennoch wählt mehr als die Hälfte der männlichen Auszubildenden einen von zwanzig eher jungentypischen Ausbildungsberufen. Im sozialen, pflegerischen oder erzieherischen Bereich sind Jungen - trotz sich zuspitzendem Fachkräftemangel - bisher unterrepräsentiert. Daher ist es an der Zeit, den Horizont zu erweitern, Jungen ein breiteres Spektrum und zusätzliche Zugänge zu eröffnen.

Während sich der Girls´ Day bereits als feste Tradition etabliert hat, findet sein Pendant der Boys´ Day in diesem Jahr zum ersten Mal bundesweit statt. Wir haben sich lange für einen solchen Tag stark gemacht und wir freuen uns, dass es ihn nun endlich gibt. Als Zukunftstag soll er Jungen neue Wege und weitere Perspektiven jenseits traditioneller Lebens- und Jobpfade eröffnen. Bundesweit gibt es die verschiedensten Initiativen von Einrichtungen, Organisationen, Bildungsinstitutionen oder Unternehmen sowie Selbstständigen und Freiberuflern, die Jungen Einblicke in ihren Berufsalltag ermöglichen wollen. 

Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzender, und Kai Gehring, jugendpolitischer Sprecher, haben dem Projekt "Haushaltüberlebenstraining" in Berlin einen Besuch abgestattet. Im Rahmen eines Trainingsparcours haben die Jugendlichen an diesem Tag im SOS Berufsbildungszentrum Einblicke über Ausbildungsmöglichkeiten in den Bereichen Hauswirtschaft und Gastronomie vermittelt bekommen. Ganz praktisch mussten sich die Jugendlichen vorstellen, eine eigene Wohnung zu haben. Zu den Haushaltsarbeiten gehören da auch die Raum- und Wäschepflege, das Bügeln oder Knopf Annähen und das Kochen. Alles dies sind Tätigkeiten, denen man auch beruflich nachgehen kann, vorausgesetzt, die Tätigkeiten liegen einem und man weiß von diesen Berufsmöglichkeiten. Die Abgeordneten schauten in der Übungsküche des Berufsausbildungszentrums den Jungen über die Schultern. Dabei erzählte Jürgen Trittin, dass er schon immer gerne gekocht hat und dass eine faire Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen wichtig für ihn ist.

Kai Gehring, Sprecher für Jugendpolitik, lobte die Grundidee des Boys' Day, die es den Jungen ermöglicht, eine breite Vielfalt an Berufen kennen zu lernen. Im Vordergrund stehen dabei Tätigkeiten jenseits der typischen Rollenklischees, vor allem im sozialen, erzieherischen und pflegerischen Bereich. In der Berliner Einrichtung des SOS-Kinderdorf e.V. konnten die Jungen beispielsweise auch Einblicke in die Büroausbildung gewinnen oder einen Sozialpädagogen bei seiner täglichen Arbeit begleiten.

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