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Pressemitteilung

BAföG: Koalition muss Ausbildungsförderung unverzüglich erhöhen

Zu den heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten BAföG-Zahlen erklärt Kai Gehring, Sprecher für Hochschule, Wissenschaft und Forschung:

Die neuen BAföG-Zahlen unterstreichen, wie dringend erforderlich eine unverzügliche Erhöhung der BAföG-Sätze ist. Für junge Menschen wird es immer schwieriger, ihr Studium zu finanzieren. Doch anstatt unverzüglich zu handeln, schiebt die Bundesregierung Bildungs- und Chancengerechtigkeit auf die lange Bank. Es ist verantwortungslos und bildungsfeindlich, dass Union und SPD die Ausbildungsförderung erst im Herbst 2016 verbessern wollen und Studierende über zwei weitere Jahre in der Warteschleife stecken. Gerade am heutigen „Internationalen Tag der Jugend“ ist es ein fatales Signal, dass Ministerin Wanka die überfällige Reform der Ausbildungsförderung um vier weitere Semester vertagt.

Unser Ziel ist, dass Studienberechtigten aus allen sozialen Schichten die Tür zur Hochschule offen steht. Soziale Öffnung und Vielfalt an Universitäten und Fachhochschulen ist für eine gerechte und demokratische Wissensgesellschaft unerlässlich. Wer wie die Koalition das BAföG erst im Herbst 2016 erhöhen will, nimmt billigend in Kauf, dass der Anteil der Geförderten bis dahin weiter sinkt und der Bildungsaufstieg von Arbeiterkindern blockiert wird. Die Zahlen zeigen, dass immer weniger Studierende eine BAföG-Förderung erhalten, im Durchschnitt fällt diese geringer aus als 2012. Am stärksten sank die Zahl der Vollgeförderten aus den einkommensschwächsten Elternhäusern. Daher müssen die Freibeträge schleunigst stark erhöht werden. Auch die durchschnittliche Förderhöhe der Studierenden pro Monat muss endlich wieder steigen statt weiter zu sinken. Die Koalition muss eine automatische Anpassung der BAföG-Sätze in ihrer Novelle angehen.

Noch vor der Kabinettsbefassung hat die Bundesregierung die Chance, die BAföG-Novelle nachzubessern. Tut sie das nicht, werden in den kommenden Jahren zehntausende junge Leute keine Aussicht auf BAföG haben, sie so vom Studium abgehalten, ihr Potenzial und Bildungsweg ausgebremst. Das wäre zukunftsvergessen und einer vermeintlichen Bildungsrepublik unwürdig.

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